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Urnenwand: Aufbau, Bauformen, Belegung und Gestaltung im Überblick

vor 9 Stunden
4 Min. Lesezeit

Die Urnenwand ist die häufigste Bauform eines Kolumbariums. Auf vielen Friedhöfen hat sie sich neben Urnengrab und Baumbestattung als feste Grabart etabliert: Sie braucht wenig Fläche, bedeutet für Angehörige keinen Pflegeaufwand und schafft einen würdigen, geordneten Ort der Erinnerung. Dieser Ratgeber erklärt, wie eine Urnenwand aufgebaut ist, welche Bauformen es gibt und was Friedhofsträger bei Belegung, Betrieb und Gestaltung beachten sollten.

Hängende Urnenwände K2 zwischen Betonträgern entlang eines Friedhofswegs

Was ist eine Urnenwand?

Eine Urnenwand ist eine Wand mit Nischen, in denen Urnen oberirdisch beigesetzt werden. Jede Nische – auch Urnenkammer genannt – wird mit einer Verschlussplatte verschlossen, die Namen und Daten der Verstorbenen trägt. Fachlich gehört die Urnenwand zum Kolumbarium: Das ist der Oberbegriff für alle Anlagen mit Urnennischen, zu denen neben der Urnenwand auch Urnenwürfel und Urnenstelen zählen.

Aufbau: Nische, Verschlussplatte, Konstruktion

  • Nischen: Beim Kolumbarium K2 bauen alle Nischen auf einem Raster von 42 cm auf. Eine Nische nimmt bis zu vier Urnen auf und kann so einzeln, für Paare oder als Familiennische vergeben werden.

  • Verschlussplatten: Sie bilden das Gesicht der Wand – meist aus Naturstein wie Seeberger Sandstein, Granit, Muschelkalk oder Kalkstein. Spezielle Wetterschutzkanten schützen sie vor Verwitterung.

  • Konstruktion: Die Nischen werden als vormontierte Module geliefert. Je nach Variante hängen sie zwischen Betonträgern, stehen auf einem Betonsockel oder sitzen in einem Betonrahmen.

Bauformen der Urnenwand

Beim K2 gibt es die Urnenwand in drei Varianten: Hängend zwischen Betonträgern, Stahl Pur auf einem Betonsockel und Classic mit Betonrahmen. Freistehende Wände lassen sich als Doppelurnenwand beidseitig belegen – eine Wand trägt dann Nischen auf Vorder- und Rückseite.

Wie sich die Urnenwand von Urnenwürfel und Urnenstele unterscheidet und welche Bauform sich für welchen Standort eignet, beschreibt der Beitrag Urnenwand, Urnenwürfel oder Urnenstele.

Wie lange bleibt eine Urne in der Urnenwand?

Das richtet sich nach Ruhezeit und Nutzungsrecht. Die Ruhezeit legt der Friedhofsträger fest; in Baden-Württemberg beträgt sie nach § 6 des Bestattungsgesetzes für Erwachsene mindestens 15 Jahre und gilt ausdrücklich auch für Aschen. Das Nutzungsrecht an einer Nische wird häufig für 20 oder 30 Jahre vergeben und kann in vielen Friedhofsordnungen verlängert werden.

Nach Ablauf von Ruhezeit und Nutzungsrecht kann die Nische neu vergeben werden. Was mit der Urne geschieht, regeln Landesrecht und Friedhofsordnung – in Baden-Württemberg sind nach Ablauf der Ruhezeit aufgefundene Urnen „in geeigneter Weise innerhalb des Friedhofs oder auf Hoher See zu bestatten“. Einzelheiten beschreibt der Beitrag Ruhezeit, Nutzungsrecht und Friedhofsordnung.

Öffnen, Beisetzen, Verschließen

Bei einer Beisetzung wird die Verschlussplatte geöffnet, die Urne in die Nische gestellt und die Platte wieder verschlossen. Wer die Nischen öffnet und verschließt, legt die Friedhofsordnung fest. Beim K2 ist jede Nische frontal zugänglich; das erlaubt eine würdevolle Aufbahrung der Urne während der Trauerfeier. Ein Arretierungsseil hält die geöffnete Platte waagerecht, sodass eine einzelne Person die Kammer sicher öffnen und schließen kann. Verschlossen wird mit einer vandalismussicheren Spezialverschraubung, die sich nur mit einem speziellen Werkzeug öffnen lässt.

Geöffnete Urnennische K2: Das Arretierungsseil hält die Verschlussplatte waagerecht, darauf steht eine Urne

Beschriftung und Gestaltung

Die Verschlussplatten können individuell beschriftet oder zunächst ohne Beschriftung eingesetzt werden. Welche Gestaltung zulässig ist – Schrift, Ornamente, Material –, regelt die Friedhofsordnung. Für anonyme oder halbanonyme Beisetzungen bieten Glastafeln oder Glasstelen Platz für eine gemeinsame Beschriftung. Ob Blumen und Grabschmuck an der Nische erlaubt sind oder an einer gemeinsamen Ablage abgelegt werden, sollte die Friedhofsordnung ebenfalls festlegen.

Mehr zu Steinarten, Fronten und Oberflächen beschreibt der Beitrag Verschlussplatten und Materialien.

Die Urnenwand im Friedhof

Urnenwände wirken wie Mauern: Sie begleiten Wege, schließen Räume ab oder bilden zusammen mit weiteren Wänden einen Hof oder Platz. Sitzbänke, Pflanzflächen und eine gemeinsame Ablage für Blumen machen daraus einen Ort, an dem Angehörige verweilen. Beispiele aus der Praxis:

Wie sich Urnenwände landschaftsarchitektonisch einbinden lassen, zeigt der Beitrag Urnenanlagen gestalten. Den Ablauf von der Bedarfsermittlung bis zur Montage beschreibt der Beitrag Kolumbarium planen.

Urnenwände K2 bilden auf einem Friedhof einen Platz mit Sitzbank und Pflanzflächen

Fazit

Die Urnenwand verbindet geringen Flächenbedarf mit einem würdigen, gepflegten Erscheinungsbild. Wer Bauform, Belegung und Gestaltung früh mit der Friedhofsordnung abstimmt, schafft eine Anlage, die über viele Ruhezeiten hinweg funktioniert. Als Hersteller von Urnenwänden für Friedhöfe begleiten wir Sie mit dem Kolumbarium K2 von der Planung über die Bemusterung bis zur Montage. Kontakt aufnehmen

Häufige Fragen

Wie viele Urnen passen in eine Nische der Urnenwand?

Das hängt vom System ab. Eine Nische des Kolumbarium K2 nimmt bis zu vier Urnen auf; wie viele Urnen je Nische zulässig sind, legt die Friedhofsordnung fest.

Wie lange bleibt eine Urne in der Urnenwand?

Mindestens bis zum Ende der Ruhezeit, die der Friedhofsträger festlegt – in Baden-Württemberg mindestens 15 Jahre. Das Nutzungsrecht an einer Nische wird häufig für 20 oder 30 Jahre vergeben und kann oft verlängert werden.

Was darf mit in die Urnennische?

Die Nische ist für die Urne bestimmt. Ob zusätzliche Beigaben zulässig sind und wo Blumen und Grabschmuck abgelegt werden dürfen, regelt die jeweilige Friedhofsordnung.

Wer öffnet die Urnenwand bei einer Beisetzung?

Wer die Nischen öffnet und verschließt, legt die Friedhofsordnung fest. Beim Kolumbarium K2 kann eine einzelne Person die Kammer sicher öffnen und schließen, weil ein Arretierungsseil die geöffnete Platte waagerecht hält.

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